Auch in Deutschland setzt mittlerweile ein Großteil der Unternehmen auf Cloud-Lösungen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie von Bitkom Research, bei der im Auftrag der Beratungsgesellschaft KPMG branchenübergreifend 557 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt wurden. Demnach nutzten 2017 rund zwei Drittel der befragten Unternehmen (66 Prozent) Rechenleistung aus der Cloud.

Zugleich verdeutlicht die Studie, dass viele Unternehmen nach wie vor Bedenken haben, wenn es um die Nutzung von Cloud-Diensten geht. Das betrifft vor allem Public-Cloud-Lösungen, bei denen der Anbieter seinen Service sowie seine IT-Infrastruktur über das Internet bereitstellt. Hier sind es in erster Linie Sicherheitsbedenken, die Unternehmen vom Einsatz solcher Dienste abhalten.

Die Vorbehalte sind in gewisser Hinsicht nachvollziehbar – produktiv sind sie aber nicht. Denn die komplexen Anforderungen der digitalen Welt lassen sich in vielen Branchen ohne die Nutzung von Cloud-Lösungen kaum noch bewältigen. Die Frage ist daher: Was steckt hinter diesen Bedenken und was sollten Unternehmen beim Einsatz von Cloud-Diensten beachten?

Typische Bedenken in Puncto Datensicherheit

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Sorgen, die Entscheider beim Thema Cloud in der Regel beschäftigen. Unternehmen, die keine Public-Cloud-Angebote nutzen, gaben folgende Gründe dafür an:

  • Zugriffe von Unbefugten: Laut Bitkom-Studie fürchten sich 63 Prozent der Befragten vor unberechtigten Zugriffen auf sensible Unternehmensdaten. Die Spuren des NSA-Skandals sind also noch deutlich zu spüren.
  • Datenverlust: 56 Prozent der Befragten haben Angst, dass im Zuge des Transfers wertvolle Daten verloren gehen. Sei es durch Hacker-Angriffe, technische Störungen oder Fehler aufseiten des Anbieters.
  • Unklare Rechtslage: 50 Prozent der Befragten wollen Nachteile vermeiden, die sich aus unklaren rechtlichen Rahmenbedingungen ergeben. Schließlich hat das Thema Datenschutz nicht in allen Ländern der Welt einen so hohen Stellenwert wie in Deutschland und der Europäischen Union.

Die Ergebnisse der Bitkom-Studie decken sich mit unseren eigenen Erfahrungen. Auffällig im Dialog mit Kunden ist, dass sie sich praktisch alle das Gleiche wünschen: Egal, wer die Cloud betreibt, Daten sollen dort genauso sicher sein wie im eigenen Unternehmen.

Stellen Sie bei der Anbieterauswahl die richtigen Fragen

Im Grunde drehen sich Sicherheitsbedenken beim Thema Datensicherheit und Cloud immer um die Angst vor Kontrollverlust. Diese Angst ist vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen verbreitet. Hier mangelt es oft an Fachkräften, die Erfahrung im Umgang mit Cloud-Diensten haben. Daher fällt es solchen Unternehmen schwer, den passenden Cloud-Anbieter auszuwählen. Sie wissen einfach nicht, worauf sie achten müssen.

Wenn es um ein so sensibles Thema wie Unternehmensdaten geht, ist Vertrauen der zentrale Faktor. Daher sollte Vertrauen auch bei der Anbieterauswahl eine Rolle spielen. Ein guter Anfang sind beispielsweise die folgenden fünf Fragen:

In welcher Art von Rechenzentrum werden meine Daten gespeichert und verarbeitet?

  • Wo steht dieses Rechenzentrum?
  • Verfügt das Rechenzentrum über ein Sicherheitszertifikat?
  • Wie werden Zugriffsrechte gehandhabt – wer kann meine Daten einsehen?
  • Wie stark sind meine Daten von denen anderer Unternehmen getrennt?

Diese Fragen sind natürlich noch kein Garant für einen vertrauenswürdigen Cloud-Dienstleister. Aber sie geben Ihnen ein paar erste Ansatzpunkte. Wenn der Anbieter hier bereits überzeugt, ist das schon mal ein gutes Zeichen.

Achten Sie darüber hinaus auch auf weiche Faktoren: Wie lange müssen Sie auf eine Rückmeldung warten? Erhalten Sie eine individuelle Antwort oder nur Werbematerial? Weicht der Anbieter bestimmten Themen aus? Schon kleine Nuancen können viel aussagen.

Leider besteht nicht immer die Möglichkeit, Fragen direkt an den Anbieter zu richten. Möchten Sie zum Beispiel die Dienste der weltweit größten Cloud-Anbieter (Microsoft, Amazon, Google, etc.) nutzen, ist der Kontakt typischerweise sehr unpersönlich. Die Branchenriesen verfügen in der Regel über feste Sicherheitsstandards und Vorgaben, die Sie entweder akzeptieren – oder eben nicht.

Im Zweifel sind lokal ansässige Anbieter eine gute Wahl

Für Unternehmen, die Bedenken um die Datensicherheit in der Cloud haben, sind lokal ansässige Dienstleister eine interessante Option.

Zunächst einmal befinden sich die Server und Rechenzentren lokaler Cloud-Anbieter in der Regel in Deutschland. Das bietet Kunden ein hohes Maß an Rechtssicherheit, denn im Zweifelsfall gilt nur deutsches bzw. europäisches Recht. Der Umgang mit Daten ist eindeutig geregelt. Zudem ist das deutsche Datenschutzrecht im internationalen Vergleich sehr streng. Auch im Kontext internationaler Geschäftsbeziehungen ist Datenhaltung in Deutschland daher von Vorteil.

Dazu ist die Zusammenarbeit mit deutschen Cloud-Anbietern meistens persönlicher. Das hängt hauptsächlich mit dem Standort zusammen. Mit einem lokalen Anbieter können Sie sich leichter persönlich treffen. Manche Cloud-Dienstleister bieten beispielsweise an, das Rechenzentrum, in dem Ihre Daten liegen, persönlich zu begutachten. Dazu steht Ihnen ein eigener Ansprechpartner zur Verfügung, der mit Ihren Anforderungen vertraut ist. Er hilft Ihnen bereits bei der Wahl der geeigneten Cloud-Lösung und steht Ihnen später für Fragen und Problemhilfen zur Verfügung.

Ein weiterer Vorteil lokaler Anbieter ist, dass sie im Vergleich zu den Branchengrößen deutlich weniger Kunden betreuen. Daher können sie sich für ihre Kunden auch mehr Zeit nehmen. Teil des Angebots ist zum Beispiel häufig ein Monitoring-Service, bei dem geschultes Personal die IT-Infrastruktur des Kunden überwacht und pro-aktives Fehlermanagement durchführt (etwa bei Störungen oder Cyber-Angriffen).

Fazit

Trotz zunehmender Verbreitung von Cloud-Lösungen haben viele Unternehmen noch Bedenken, was die Datensicherheit angeht. Gilt das auch für Sie, empfehlen wir Ihnen, sich einen Cloud-Dienstleister zu suchen, der großen Wert auf persönliche Beratung und Betreuung legt. Auf diese Weise können Sie Ihre Bedenken im Beratungsgespräch klären und müssen sich nicht durch die standardisierten Datenschutzerklärungen der Branchenriesen klicken.

Posted by
Nils Wulf
UBL-Geschäftsführer (Sprecher)